Aufwertung und soziale Verdrängung: Göttingen Weststadt und die EBV

Ein Beitrag des Wirtschaftsgeographen Hans-Dieter von Frieling

Bauarbeiten Hagenweg/Pfalz-Grona-Breite

In der Göttinger Weststadt nimmt ein Aufwertungs- und Verdrängungsprozess an Fahrt auf. Seit An­fang 2021 entmietet die EBV ihre Häuser, um sie grundlegend zu sanieren. Nach der – ohne Zweifel notwendigen Sanierung der ehemaligen „Fliegerhorstsiedlung“ – werden die Mieten deutlich steigen und für viele der bisherigen Mieter unbezahlbar sein.

Dagegen wehrt sich die EBV Mietini.

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Marktgesteuerte Stadtentwicklung und ihre politische Durchsetzung: Zum (Teil-)Verkauf des IWF-Geländes an Wertgrund

Blick in den in den Hinterhof: Entwurf für das neue Wohnquartier.Der Aufschrei in der Göttinger Stadtpolitik ist groß, nachdem bekannt wurde, dass die EBR-Projektentwicklung GmbH rund 2/3 ihres Geländes am Nonnenstieg an die Wertgrund Immobilien AG gewinnbringend verkauft hat. Die Aufregung verwundert doch sehr, waren doch die ParteivertreterInnen, die jetzt verstimmt sind, an der Wertsteigerung beteiligt. Welche Rolle die Stadtpolitik bei der Generierung der EBR-Profite gespielt hat und warum man sich nicht über soche Entwicklungen zu wundern braucht, wenn man die Stadtentwicklung den Marktkräften überlässt. Weiterlesen

B-Plan-Änderung Grone würde soziale Härtefallklagen ausschließen

B-Plan_Grone_SüdDer Göttinger Fachanwalt für Sozial- und Mietrecht, Nils Spörkel, hat sich angesichts der in den Beständen von Adler Real Estate für mehr als 1000 Wohnungen angekündigten Modernisierungsmaßnahmen und die für die Aufstockungen der Gebäude notwendige Änderung des Bebauungsplanes geäußert. Spörkel argumentiert, dass die Änderung des Bebauungsplanes erst dafür sorge, dass  die so mögliche Aufstockung auf 5 Stockwerke Fahrstühle verpflichtend eingebaut werden müssen. Dies habe zur Folge, dass keine sozialen Härtefalleinwände bzw. -klagen gegen Mieterhöhungen, die durch den Fahrstuhleinbau durchgesetzt werden können, erhoben werden können.

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Städtebaulicher Vertrag für Grone: mehr Schein als Sein

B-Plan_Grone_SüdIn der letzten Woche wurde im Ortsrat Grone der Städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt Göttingen und der Westgrund Niedersachsen Süd GmbH, die rund 1.000 Wohnungen in Grone besitzt verhandelt, um so bezahlbaren Wohnraum und soziale Infrastruktur im Stadtteil sicherzustellen. Bei genauer Lektüre des Vertrags zeigt sich jedoch, dass dieser wenig für bezahlbaren Wohnraum in Göttingen und insbesondere in Grone beiträgt. Die Stadt knickt vor einem großen Investor ein. Weiterlesen

Soziale Stadt in Göttingen: Oberflächenkonsmetik und Mittelschichtsförderung

 

Noerdliche_InnenstadtDie Göttinger Kulturantrophologin Jana Pasch, hat das Programm Soziale Stadt am Beispiel der geplanten Ausweisung der nördlichen Innenstadt in Ihrem Vortrag im Rahmen der Veranstaltung „Soziale Stadt – Aufwertung, Verdrängung“ am 4.4.2018 grundsätzlich analysiert. Sie hat mir freundlicher Weise ihr Manuskript zur Verfügung gestellt. So kann ich diese wissenschaftliche Analyse hier dokumentieren. Weiterlesen

Die soziale Mischung und die Verteuerung des Wohnraums

Immer wieder hört man in Diskussionen zur Göttinger Stadtentwicklung, es gehe darum, eine gute soziale Mischung im Quartier sicherzustellen. Sei dies bei den BürgerInnenbeteiligungen in der „Grünen Mitte Ebertal“ oder in der Ratspolitik. Eine gute soziale Mischung gilt als wichtige sozial- und wohnungspolitische Strategie. Für einige Quartiere bedeutet das aber Aufwertung und Verteuerung von Wohnraum. Weiterlesen

Gentrifizierungsdruck der Großstädte nun in Göttingen angekommen?

Foto: K.P. Wittemann (2020)

Die BürgerInnen in Grone Süd kommen nicht zur Ruhe. Nach den Mieterhöhungen zum 1. Oktober 2017 und den anschließenden Diskussionen um die Sanierung und damit bevorstehenden erneuten Mieterhöhungen, sorgen jetzt falsche Nebenkostenabrechnungen der ADLER Real Estate AG für Ärger. Groner MieterInnen riefen deshalb für gestern eine MieterInnenversammlung ein und aufgrund des öffentlichen Drucks erklärte die ADLER die Nebenkostenabrechnung nochmals zu überprüfen.

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Bebauungsplan Grone: Weitere Mietpreissteigerungen 2018 und 2019 vorprogrammiert

Und wieder Grone. Und wieder die ADLER Real Estate AG: In der Groner Ortsratsitzung am Donnerstag wird über die Aufstellung des Bebauungsplans ‚Ortszentrum am Rehbach‘ beraten. Die ADLER Real Estate AG will die bestehenden Gebäude aufstocken, energetische Sanierungen durchführen, Fahrstühle in die Gebäude einbauen, Balkone anbringen und das Umfeld aufwerten. Die Konsequenz: den aktuellen Mieterhöhungen werden weitere folgen. Weiterlesen