Neue Wohnquartiere Zimmermannstrasse

Ein Beitrag des Wirtschaftsgeografen Hans-Dieter von Frieling

Dokumentation (vorläufig)

Die Dokumentation gibt einen Überblick über den bisherigen Planungsverlauf auf der Grundlage von Protokollen des Rates der Stadt Göttingen (und seinen Ausschüssen) sowie Artikeln der lokalen Printmedien. Soweit nicht anderes angegeben ist, ist die Quelle das Protokoll der öffentlichen Sitzung des jeweiligen Datums (https://www.goettingen.de/rathaus/oeffentliche-sitzungen.html)
Kommentare und Einschätzungen des Planungsvorhabens folgen später.
Kritik, Ergänzungen, Korrekturen sind willkommen.


19.05.2016Entwicklung von 4 neuen Baugebieten : Grone Greitweg Nord,
Hetjershausen-Wakenbreite, Holtenser Berg Nord,
Zimmermannstrasse – für „insgesamt rd. 500 Wohneinheiten“.
„Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes (Zimmer-
mannstrasse) umfasse eine Fläche von rd. 2,4 ha; hiervon
sei für einen Teil von 0,7 ha eine Änderung des Flächen-
nutzungsplanes (von 1975) erforderlich.“ (s. Abb. 2 unten)
„Die tiefbaulichen Erschließungsarbeiten sollten 2018 beginnen.
Insgesamt könnten hier bis zu 100 Wohneinheiten entstehen.“
Das Grundstück ist zum grössten Teil im Besitz der Stadt.
23.11.2017Ausweitung des Plangebietes um 0,4 ha, erfordert Änderung
des neuen FNP von 2017. Dieser „Waldfläche“ (FNP) komme
„wegen ihrer Lage in einer Kaltluftschneise jedoch eine hohe
stadtklimatische Bedeutung zu. Daher müssten im Rahmen
der konkreten Umsetzung (städtebaulicher Entwurf) die mög-
lichen Auswirkungen auf das Stadtklima im Rahmen einer
Klimadetailanalyse gutachterlich untersucht werden. Dies
werde dann auf Ebene des Bebauungsplanes erfolgen.“
Dieses Fläche „nicht besonderer Wertigkeit“ (Stadtbaurat
Dienberg) muss zu dem aus dem Landschaftsschutzgebiet
Leinetal, zu dem es gehört, „entlassen“ werden – was auch
erfolgt. Grund der Massnahme: „seitens des Grundstücks-
eigentümers erstmals Verkaufsbereitschaft“.
(Es handelt sich um die Fläche
Nr. 4 ‚Im Besitz der Firmengruppe Kurth‘ in der. Abb. oben)
04.12.2017Bürgerinitiative Nonnenstieg: „strikt gegen aktuelle Pläne an
der Zimmermannstrasse“ (Pessemiteilung der BI)
22.02.2018Diskussion über Anwendung und über Kriterien einer Konzept-
vergabe bei einem Verkauf des kommnalen Grundstücks
im Bereich Zimmermannstrasse; Kritik und Ablehnung von CDU/FDP.
08.03.2018Erneute Diskussion über Konzeptvergabe, Beschluss der Konzept-
vergabe(CDU: „Bürokratiemonster“) und der 30%-Quote für
sozialen Wohnungsbau
12.03.2018Die Stadt hat die Erweiterungsfläche von 0,4 ha nicht kaufen können,
Immobilienunternehmer Kurth, Göttingen, hat die Stadt („vor vier
Wochen“) überboten. (GT vom 12.03.2018)
07.02.2019Drei Bieter stellen ihr Nutzungskonzept (für bis zu 120 Wohnungen
in vier bis 6 3-5 geschossigen Gebäuden) im Bauausschuss vor:
Cubus GmbH & Co. KG (Schneider), Delta Bau AG, EBR Projektent-
wicklungs GmbH. Der vierte Bewerber missachtete die Vorgabe der
Ausschreibung, das Gebiet für möglichen Busverkehr zum Nikolaus-
berger Weg durchfahrbar zu gestalten.
Es gibt Diskussionen, EBR habe vorab Kenntnis vom Ausgang des
Bieterverfahrens gehabt (GT vom 07.02.2019 und 08.02.2019)
September 2021Keiner der Bieter baut, die Konzeptvergabe scheint gescheitert.
Die Flächen 3 und 4 (Bild oben) sind gerodet.

Quelle (im Uhrzeigersinn): 1. Kaltluftschneisen – Ausschnitt aus Klimaplan Stadtentwicklung. Städtebauliche Klimaschutz- und Anpassungsstrategie der Stadt Göttingen. Stadt Göttingen April 2015, 2. Änderung des FNP 1975 für neues Wohngebiet Zimmermannstrasse, 2016, 3. Ausschnitt aus dem Wohnbaulandkonzept, 2016, 4. Bewerbung Konzeptvergabe der Delta Bau AG 2019, 5. Bewerbung Konzeptvergabe der Cubus GmbH & CO KG 2019, 6. Bewerbung Konzeptvergabe der EBR Projektentwicklungs GmbH 2019.

oben: Grundbesitzverhältnisse Anfang 2019 aus: Bewerbung Konzeptvergabe der Cubus GmbH & Co KG 2019, Fläche Nr.4 (Kurth) ist die Erweiterungsfläche im ehemaligen Landschaftsschutzgbiet.

Neue Wohnquartiere IWF / Südlich Nonnenstieg

Ein Beitrag des Wirtschaftsgeografen Hnas-Dieter von Frieling

Luftbild 1999


Dokumentation

Die Dokumentation gibt einen Überblick über den bisherigen Planungsverlauf auf der Grundlage von Protokollen des Rates der Stadt Göttingen (und seinen Ausschüssen) sowie Artikeln der lokalen Printmedien. Soweit nicht anderes angegeben ist, ist die Quelle das Protokoll der öffentlichen Sitzung des jeweiligen Datums (https://www.goettingen.de/rathaus/oeffentliche-sitzungen.html)
Kommentare und Einschätzungen des Planungsvorhabens folgen später.
Kritik, Ergänzungen, Korrekturen sind willkommen.


1959/60Bau des IWF – „Institut für den Wissenschaftlichen
Film gemeinnützige GmbH,
Göttingen“ (IWF) –
(bis dahin landwirtschaftlich Fläche )
Ende 2010Schließung des IWF, Aufgabe des Standortes, (zu
dem auch Kleingärten gehören), die Stadt Göttingen
zeigt Kaufinteresse
Februar 2012Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan
„Südlich Nonnenstieg“
Frühjahr 2012Rahmenvereinbarung zwischen IWF Wissen und
Medien gGmbH
, potenziellem Entwicklungsträger
und Stadt Göttingen, März bis Juli: städtebaulicher
Wettbewerb „Lebensquartier Nonnenstieg“ bis
Sommer 2012
Mai 2012EBR Projektentwicklung GmbH gegründet,
EBR überbietet Kaufangebot der Stadt
Sommer 2012EBR kauft das 22.000 qm große Grundstück für
etwa 5,1 Mio. €
November 2012Gründung einer Bürgerinitiative, Kritik an den Plänen
einer massiven Bebauung
März 2013„Neustart“, (leicht geänderte) Rahmenbedingungen
vom Bauausschuss der Stadt zustimmend
beschlossen (Reduktion der Geschossflächenzahl (GFZ))
Juni/August 2013Weiterhin Widerstand der Bürgerinitiative gegen massive
Überbauung und für den Erhalt des kompletten Grünflächen-
bestandes, kontroverse Diskussionen, Bürgerversammlungen,
„Runder Tisch“ – „eine weit über die gesetzlichen
Anforderungen hinausgehende Bürgerbeteiligung“
(aus Sicht der Stadtverwaltung)
November 2013Diskussion des Rates über Auslegung des Bebauungsplans,
nun leicht verringert Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,95,
EBR kritisiert„den massiven Eingriff
in die Planungen des Investors“ (d.h. die Reduzierung der
ursprünglich geplanten Wohnfläche um 5.500 qm)
Nov./Dez. 2013Städtebaulichen Vertrag mit EBR „Gestaltungsvereinbarung
ehemaliges IWF- Areal“
Februar –
Oktober 2014
Im Februar beschließt der Rat, den Bebauungsplan
auszulegen, aus Verfahrensgründen ist im Juli eine 3.
Auslegung des Bebauungsplan Nr. 242 notwendig;
es gibt 426 Einwendungen („Bedenken“), die „sehr
große Anzahl an eingereichten Stellungnahmen bislang
einzigartig“ (so die Stadtverwaltung); alle bis auf eine
werden von der Stadt zurück gewiesen oder als bereits
berücksichtig beschieden.
November 2014Vertagung des Bebauungsplans im Bauausschuss
Oktober 2015 –
August 2018
Nutzung als Unterkunft für Geflüchtete,
Überarbeitung des Bebauungsplans
September 2017Städtebaulicher Vertrag der Stadt mit EBR (30%
preisgünstige Wohnungen, Preisbindung 10 Jahre,
Bauantrag 9 Monate nach Rechtskraft des Bebauungs-
plans, Baufertigstellung innerhalb von 24 Monaten).
Das Kleingartengelände „Am Rohns“ (ursprünglich
Teil des IWF-Geländes) bleibt dauerhaft Kleingarten-
gelände.
Oktober 2017Auslegung des (geänderten) Bebauungsplans
März 2018nach 6 Jahren stimmt der Rat der Stadt dem
Bebauungsplan zu, im April erfolgt die amtliche
Bekanntmachung; es werden Anträge auf Normen-
kontrollverfahren gestellt
August 2018EBR verkauft 17.000 qm an Wertgrund
Wohnpartner 2 GmbH&Co KG
für rd. 8 Mio. €,
Steigerung des Bodenpreises um 100% in 6 Jahren
(von 232 €/qm auf 470 €/qm),
(30%-Quote wird von Wertgrund übernommen,
Vereinbarung über Fristen des Bauantrages wird in
Frage gestellt) – „die Politik ist verstimmt“
Januar 2019Bauvoranfrage der Wertgrund
Februar 2019neue Vereinbarung der Stadt mit Wertgrund
(Bauantrag bis spätestens Februar 2020, (Rechts-
kraft des Bebauungsplans vorausgesetzt) Im April
präsentiert Wertgrund dem Rat das Baukonzept
(sieben 5-6 geschossige Wohnblöcke mit insgesamt
210 Mietwohnungen und 150-160 Tiefgaragenstellplätzen).
Oktober 2019Abriss der IWF-Gebäude beginnt
Januar 2021Baubeginn auf dem 17 429 qm grossen Grundstück
sieben 3-5 geschossige Baukörper, gebaut werden
214 Mietwohnungen, davon 76 gefördert und preisreduziert
und eine Tiefgarage mit 120 Stellplätzen

Weiter Informationen siehe:
Wohnraum Atlas Göttingen. Wohnungsversorgung und Wohnungspolitik in Göttingen seit 2010. S. 23-24.
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-707951


unten im Uhrzeigersinn:1. Ausschnitt aus dem Flächennutzugsplan 1975 – orange: ehemaliges IWF-Grundstück (Quelle: Bebauungsplan Entwurf von Bankert, Linker & Hupfeld, 2013), 2. und 3. Modell der Bebauung 2013 (Quelle: Präsentation der Bürgerinitiative Nonnenstieg, http://www.nonnenstieg-buergerinitiative.de., am 26.10.2017) 4. Modell der Bebauung 2019 (Quelle: blauraum Architekten GmbH: WOHNEN AM NONNENSTIEG – GÖTTINGEN, 38. Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke. 04.04.2019)

oben: Luftbild 1999 (Quelle: AWIA Umwelt GmbH 2012: „Historische Nutzungsrecherche“. Gutachten im Auftrag von EBR)

Neue Wohnquartiere Gothaer Park

Ein Beirag des Wirtschaftsgeografen Hans-Dieter von Frieling

Dokumentation

Die Dokumentation gibt einen Überblick über den bisherigen Planungsverlauf auf der Grundlage von Protokollen des Rates der Stadt Göttingen (und seinen Ausschüssen) sowie Artikeln der lokalen Printmedien. Soweit nicht anderes angegeben ist, ist die Quelle das Protokoll der öffentlichen Sitzung des jeweiligen Datums (https://www.goettingen.de/rathaus/oeffentliche-sitzungen.html). BA = Bauausschuss.
Kommentare und Einschätzungen des Planungsvorhabens folgen später.
Kritik, Ergänzungen, Korrekturen sind willkommen.


um 2005„Ende dieses Jahres werden etliche der Gebäude am
Gothaer Platz leer stehen, die verbleibenden Kolleginnen
und Kollegen benötigen dann wohl nicht mehr als
zwei der cirka acht Gebäude auf dem Gothaer-Areal.
Was die Gebäude der Gothaer angeht, so sind diese
bezeichnenderweise auch quasi schon verkauft
(in eine in Hannover tätige Fondsgesellschaft eingebracht,
an der die Gothaer Anteile hält). Es ist also so,
dass die Gebäude nicht mehr im Gothaer-Eigentum sind.“
(Göttinger Betriebsexpress 2005 nach
http://www.goest.de Archiv)
2013Entwurf eines Bebauungsplans, Bürgerinformationsver-
anstaltung (August), dann Eigentümerwechsel, der eine
neue Planung erforderlich macht (vgl. BA 09.07.2015)
Herbst 2014Die Triton Development GmbH, eine von der Investa
Capital Management GmbH, Eschborn, verwaltete (?)
Gesellschaft, kauft die Immobilien vom Immobilienfonds
Watermark Asset Management GmbH. Die Triton Devel-
oment GmbH plane „zukünftig auf dem Areal einen Mix
aus Büro-, Wohn- und Studentenwohnnutzungen zu
etablieren“ (GT 8.9.2014)
09.07.2015Neuaufstellung eines Bebauungsplanentwurfes (ohne
östliches Gebiet, aber incl. ehemaliges Rechnungsprüfungs-
amts), Neuordnung der Grundeigentumsverhältnisse,
Einleitung eines Umlegungsverfahrens
08.12.2016Im Handelsregister in Luxemburg werden drei Gesellschaften
eingetragen: ST Goettingen Students S.à.r.l.,
ST Goettingen Residential S.à.r.l., ST Goettingen Gotha S.à.r.l.,
wahrscheinlch Objektgesellschaften der Triton Development
März 2017Die Triton Development GmbH wird umbenannt in
BaseCampStudent GmbH, Frankfurt/M. Sie übernimmt für
den Grundstückseigentümer die Umsetzung der gesamten
Entwicklungsmaßnahmen.
24.05.2018Vorstellung des Planungsstandes Gothaer Park im Bau-
ausschuss durch den Geschäftsührer von BaseCampStudent
und die Architekten Sauerbruch Hutton
24.10.2019Städtebaulicher Vertrag Gothaer Park (Entwurf) mit
ST Goettingen Residential S.à.r.l., ST Goettingen
Students S.à.r.l
und ST Goettingen Gotha S.à.r.l.
Der BA stimmt zu gegen Einwände der GöLinken (wollen
mehr sozialen Wohnungsbau)
15.05.2020Der Rat beschliesst eine 7.Änderung des Bebauungsplans
Nr. 32 „Ehemalige Lüttichkaserne“. Auf die Kritik an der
zu geringen Quote für sozialen Wohnungsbau, entgegnen
Wedrins (SPD): „Private Investoren seien … nötig und ein
Geben und Nehmen dabei geboten.“ und OB Köhler (SPD):
“Investoren zu finden, die das Gothaer-Areal bebauen,
sei nicht einfach gewesen.“
09.02.2021Wertgrund Wohnpartner GmbH kauft von den Objekt-
gesellschachften von BaseCamp Student und dem
European Student Housing Fund ein ca. 37.000 qm
großes Grundstück und plant die Entwicklung und den
Bau von rund 650 Wohnungen „nahezu ausschließlich
Mietwohnungsbau … , rund 40 Prozent der Wohnungen
sollen geförderte und preisreduzierte Wohnungen werden.
Zusätzlich plant WERTGRUND im Quartier eine Kita.“
(Pressemitteilung derWertgrund Wohnpartner GmbH)

Quellen: Im Uhrzeigersinn 1.- 4. Präsenstation Städtebauliches Konzept von BaseCamp Student und Architekten Sauerbruch Hutton 24.5.2018; 5. Städtebaulicher Vertrag 2019: Überblick über Wohngebiete, auf drei dieser Gebiete ist der soziale Wohnungsbau zu verteilen.

oben: Luftbild aus der Präsentation (1.-4.) vom 24.5.2018.

Neue Wohnquartiere Europaquartier

Ein Beirag des Wirtschaftsgeografen Hans-Dieter von Frieling

Dokumentation

Die Dokumentation gibt einen Überblick über den bisherigen Planungsverlauf auf der Grundlage von Protokollen des Rates der Stadt Göttingen (und seinen Ausschüssen) sowie Artikeln der lokalen Printmedien. Soweit nicht anderes angegeben ist, ist die Quelle das Protokoll der öffentlichen Sitzung des jeweiligen Datums (https://www.goettingen.de/rathaus/oeffentliche-sitzungen.html)
Kommentare und Einschätzungen des Planungsvorhabens folgen später.
Kritik, Ergänzungen, Korrekturen sind willkommen.



10.03.2016
GEWOS stellt neue Prognose des Wohnflächenbedarfs
2030 vor (→ erforderlich seien 97 ha Wohnbauflächen
in der Stadt)
21.04.2016Stadtverwaltung legt Wohnbaulandkonzept vor
19.05.2016Beschluss im Bauausschuss zur Entwicklung von
vier neuen Baugebieten für insgesamt rd. 500 Wohn-
einheiten – Grone Greitweg Nord, Hetjershausen-
Wakenbreite, Holtenser Berg Nord,
Zimmermannstrasse. Für die beiden letzten ist der
FNP von 1975 zu ändern, um ein Bebauungsplan-
verfahren eröffnen zu können

Grundeigentümer sind die Klosterkammer
(Hannoverscher Klosterfonds) (ca. 6,2 ha), die
Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) (ca. 4,3 ha),
Stadt Göttingen (ca. 0,5 ha) und die Teilungs- +
Verkopplungsinteressentenschaft Holtensen (ca. 0,2 ha).
23.08.2018Im Bauausschuss stellen die Entwicklungsträger (Klosterkammer
Hannover und Niedersächsische Landentwicklungsgesellschaft
(NLG) und ihr Kasseler Planungsbüro „Bankert, Linker & Hupfeld“
erste Konzeption vor :

• Geschosswohnungsbau und verdichteter Einfamilienhausbau
• Einbindung in den vorhandenen Siedlungsbestand
• aber: Neuer Quartiersbaustein mit eigener Identität
• bezahlbarer Wohnraum (30 % geförderter Wohnungsbau)
• eher mittleres + niedriges Preissegment
06.09.2018Stadtverwaltung: Die Präsentation „Entwicklung der Wohnbau-
flächen“ im Bauausschuss vermerkt den „Holtenser Berg“ mit
200 neuen Wohneinheiten.
11.09.2018Vorstellung des Projekts „Holtenser Berg-Nord“ im Ortsrat
Holtensen:
??.??.2018Die Stadtverwaltung beauftragt das Büro PGT Umwelt
und Verkehr GmbH (Hannover) mit der Prüfung von
7 Varianten der Verkehrserschließung.
Gutachter PGT: „.. dass die neu entstehenden Verkehre
auch im finalen Ausbaustadium problemlos über das
vorhandene Straßennetz abgewickelt werden können.
Eine zweite Anbindung ist daher nicht zwingend erforder-
lich, …“ (Bauausschuss vom 20.06.2019)
28.01.2019Bürgerversammlung (mit 200 Bürgern/Interessierten):
Kontroversen über die Verkehrserschliessung, die Ent-
wässerung und die zu hohe Wohndichte.
11.02.2019Bürgerversammlung im Nachbarschaftszentrum (NBZ)
Holtenser Berg: Nachbesprechung zum 28.1.2019
07.03.2019Baudezernent Dienberg berichtet, mit dem Beginn des
Bauleitplanverfahrens sei noch im Laufe diesen Jahres
zu rechnen.
20.06.2019Beschluss des Bauausschusses zur Verkehrserschließung
des Europaquartiers.
Ortsrat Holtensen: Vorstellung der Verkehrsuntersuchung
01.07.2019Informationsveranstaltung im NBZ Holtenser Berg:
Schwerpunkt „Verkehr“
19.11.2019Ortsrat Holtensen: Vorstellung des Entwässerungskonzeptes
25.02.2021Bürgerversammlung Online:„Diskussion“/ Erläuterung des
Planungsstandes und der drei städtebaulichen Entwürfe
02.02.2021 bis
21.04.2021
Interaktive Webseite http://www.europaquartier.de:
Möglichkeit der informellen Beteiligung zur Qualifizierung
der drei städtebaulichen Entwürfe
20.05.2021Im Bauausschuss Projektvorstellung, Ergebnisse der
Online-Bürgerbeteiligung und Vorauswahl des städte-
baulichen Entwurfs
08.07.2021Beschluss des Bauausschuss über den städtebaulichen
Entwurf „Wohnhöfe“ als Grundlage der Bauleitplanung.
Thema einer zweiten Erschließung „ist damit nicht
abschließend entschieden“.
2021/2022Geplant: Erstellung des Bebauungsplans
2023/2024Geplant: Bezug des Europaquartiers

Zeile 1: Städtebauliches Modell „Wohnhöfe“ (links),“Gartennachbarschaften“ mit Beteiligungen der Öfentlichkeit,
Zeile 2: Die drei zur Diskussion gestellten städtebaulichen Entwürfe
Zeile 3: Modell „Wohnhöfe“ (links),Modell der geprüften Varianten der Verkehrsentschliessung
Quellen: http://www.europaquartier.de, Vorstellung der Entwicklungsträger (Bauausschuss am 23.8.2018), Ergebnisse der Online-Bürgerbeteiligung & Vorauswahl des städtebaulichen Entwurfs (Bauausschuss am 20.05.2021).

Wohnungspolitik: „Ohne Investoren geht es nicht.“

Ein Beitrag des Wirtschaftsgeografen Hans-Dieter von Frieling

Steuerprivilegien für Immobilien –
Gabentisch für Reiche

Welche Steuern müssen Vermögende zahlen, wenn sie ihr Geld in Immobilien investieren? Welche Schlupflöcher können sie nutzen?

Ökonomen und Steuerexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) und der Universität Magdeburg haben gerechnet. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass es in der „Steueroase Deutschland“ für Vermögende massive Steuerprivilegien gibt, wenn sie in Immobolien investieren und diese bewirtschaften. Diese Steuerprivilegien verschärfen die Vermögenskonzentration. Welche Privlegien es gibt, erläutert der nachstehendee Beitrag.


Sinkende Einwohnerzahlen – Entspannung auf dem Wohnungsmarkt?

Ein Beitrag des Wirtschaftsgeographen Hans-Dieter von Frieling

Das Göttinger Einwohnermeldeamt registriert Ende 2020 eine Einwohnerzahl, die um rd. 3.000 niedriger ist gegenüber dem Vorjahr. Seit 2009 bis einschließlich 2018 ist die Zahl der Einwohner in Göttingen stetig gestiegen. Besonders stark waren die Zunahmen aufgrund steigender Zuwanderungsgewinne in den Jahren 2012, 2015 und 2016. Ab 2018 ändert sich die Wanderungsbilanz. Die Zahl der Fortzüge steigt stärker als die Zahl der Zuzüge. Das führt 2019/2020 erstmals seit langem wieder zu einer negativen Wanderungsbilanz und so zu einer sinkenden Einwohnerzahl.

Hat sich die Wohnungsversorgung in Göttingen deutlich verbessert? Weisen diese statistischen Daten auf eine Entspannung auf dem Göttinger Wohnungsmarkt hin? Dämpft der deutliche Nachfragerückgang den Anstieg der Mietpreise in Göttingen? Schrumpft der noch vor kurzen ermittelte drastische Fehlbestand an bezahlbaren Wohnungen?

Wohnungspolitik in Göttingen: Bündnis 90/Die Grünen

Ein Beitrag des Wirtschaftsgeografen Hans-Dieter von Frieling

Faire Mieten.
ALLES ist drin
.

Aber:
Schaffen faire Mieten bezahlbare Mieten?

Für den Göttinger Stadtverband der Partei Bündnis 90/Die Grünen ist das Thema Wohnen und bezahlbarer Wohnraum wichtig. Seit Jahren engagieren sich GRÜNE in der Göttinger Wohnungspolitik, bringen Anträge im Rat ein, besuchen Protestveranstaltungen von Mieterinitiativen, formulieren grundsätzliche Positionen. Welche Wohnungsversorgung, welche Wohnungspolitik wollen die GRÜNEN? In dem aktuelle Kommunalwahlprogramm fordern die GRÜNEN (S. 19-21):

Leben & Wohnen – sozial & gerecht, menschenwürdig, ökologisch, bezahlbar“

Dafür fordern sie unter anderem: Ausbau des kommunalen und gemeinwohlorientierten Wohnungsbestandes, das Mietniveau in den Griff bekommen durch qualifizierten Mietspiegel und funktionierende Mietpreisbremse, 30%-Quote für bezahlbaren Wohnraum, Umsetzung des Housing First-Ansatzes, Einrichtung und dauerhafte Finanzierung von Stadtteilzentren mit festen Ansprechpartner:innen in jedem Orts- bzw. Stadtteil, Förderung innovativer und gemeinwohlorientierter Wohnkonzepte, Schaffung von Ersatzwohnraum für Mieter:innen im Sozialleistungsbezug, Entwicklung geeigneter Rahmenbedingungen für eine ökologische und soziale Wohnungspolitik und -wirtschaft, usw.

Die GRÜNEN engagieren sich für viele Punkte, denen man kaum widersprechen möchte.

Bezahlbarer Wohnraum für alle, klimaschützend und flächen-/ressourcensparend in lebendigen Quartieren mit einem gelebten nachbarschaftlichen Miteinander und Schutz der Schwächeren. Das Programm klingt sehr ambitioniert, fast wie eine Lösung der über ein Jahrhundert alten Wohnungsfrage.

ALLES ist drin“ – Aber wie wollen die GRÜNEN das verwirklichen?

Weiter lesen:

Aufwertung und soziale Verdrängung: Göttingen Weststadt und die EBV

Ein Beitrag des Wirtschaftsgeographen Hans-Dieter von Frieling

Bauarbeiten Hagenweg/Pfalz-Grona-Breite

In der Göttinger Weststadt nimmt ein Aufwertungs- und Verdrängungsprozess an Fahrt auf. Seit An­fang 2021 entmietet die EBV ihre Häuser, um sie grundlegend zu sanieren. Nach der – ohne Zweifel notwendigen Sanierung der ehemaligen „Fliegerhorstsiedlung“ – werden die Mieten deutlich steigen und für viele der bisherigen Mieter unbezahlbar sein.

Dagegen wehrt sich die EBV Mietini.

Weiterlesen hier

Wohnungspolitik in Göttingen: CDU

Ein Beitrag des Wirtschaftsgeografen Hans-Dieter von Frieling

Samstagnachmittagsbesuche
im Hagenweg 20/20a

Fürsorge für die „Schwächsten“?
Wahlkampfgetöse?
Beistand für „Investoren“?

Nicht oft äussert sich die CDU Göttingen zu Fragen des bezahlbaren Wohnraums, zu Rendite getriebenen Modernisierungen oder zu den das Wohnen verteuernden Bodenspekulationen. Noch seltener kritisch. Natürlich ist die CDU für mehr bezahlbaren Wohnraum. Das gehört sich schlicht so. Aber das Ostviertel, Platz für Eigenheimgebiete und weniger Beschränkungen für Investoren liegen ihr mehr am Herzen. Mit einer Ausnahme: Wenn es öffentliche Skandale um Problemimmobilien gibt – Groner Landstrasse 9, Iduna-Hochhaus oder Hagenweg 20/20a -, dann gibt es von der CDU Aktivitäten – kritische Pressemeldungen, Anträge im Rat oder wie jüngst Protokolle von Samstagnachmittagsbesuchen im Hagenweg. Warum?

Weiterlesen oder Herunterladen
(https://stadtentwicklunggoettingen.files.wordpress.com/2021/04/2021-04-cdu-problemimmobilien-blog.pdf)

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KHK: Das Monitoring 2019

2. Bericht zur Umsetzung des Kommunalen Handlungskonzepts
Ein kritischer Kommentar

Am 13.1.2021 hat die Göttinger Stadtverwaltung turnusmäßig (mit leichter Corona-Verspätung) das jährliche Monitoring zur Umsetzung des Kommunalen Handlungskonzepts zur Schaffung und Sicherung von bezahlbarem Wohnraum in Göttingen von 2018 vorgestellt. In den 34 Folien des Monitoring 2019 beschreibt die Stadtverwaltung neben den Kernzielen des KHK und einem Vergleich zu niedersächsischen Grossstädten vor allem Entwicklungen auf dem Göttinger Wohnungsmarkt und die bisherigen Effekte des KHK für die Jahre 2018 und 2019. (Zur Analyse und Kritik des Kommunalen Handlungskonzeptes hier)

Ziele und Resultate des KHK 2019/2020

In seinem Beitrag geht der Wirtschaftsgeograph Hans-Dieter von Frieling prüfend auf die einzelen Punkte des Berichtes ein und zieht abschliessend in zwei Punkten eine kritische Bilanz: 1. Das Monitoring soll – so im KHK – dazu dienen, „hiesige Instrumente prozesshaft nach Evaluation anzupassen“. Doch das leistet das Monitoring nicht wirklich, es ist nur eine äußerst oberflächliche Überprüfung der Wirksamkeit von Instrumenten. 2. Dennoch hat der Rat der Stadt, das Kontrollorgan, keine Einwände und teilt damit das Urteil der Verwaltung, man sei auf einem guten Weg. Denn die Stadt stellt nur die Bedingungen dafür her, das „Investoren“ die dringlich fehlenden bezahbaren Wohnunge bauen. Und in der Herstellung dieser Bedingungen sieht sich die Stadtverwaltung erfolgreich und auf einem guten Weg. Zusätzliche bezugsfertige und bezahlbare Wohnungen sind allerdings so gut wie keine geschaffen worden.

Den Beitrag kann man hier herunterladen.