Waageplatz-Planungen: Start einer städtisch geförderten Gentrifizierung?

Ich möchte eine städtische Planung kommentieren, die aktuell öffentlich nicht ganz so stark diskutiert wird, dennoch langfristig eine große Wirksamkeit erreichen könnte: Die Pläne zur Umgestaltung der ehem. JVA am Waageplatz. Hier hofft die Stadt auf EU-Fördermittel für ein Hostel, dass unter Beteiligung von Geflüchteten betrieben werden soll. Zusätzlich soll in dem Gebäude Platz für Kulturveranstaltungen und soziale Beratungsangebote geschaffen und dabei die AnwohnerInnen bei den Planungen beteiligt werden. Eigentlich sind all diese formulierten Ziele zu unterstützen. Dennoch, aus stadtgeographischer Perspektive deutet vieles darauf hin, dass dies der Ausgangspunkt eine Aufwertung des Quariters sein könnte, die die Verdrängung der bisherigen BewohnerInnen zu Folge haben könnte.

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Eskalation des Konflikts zwischen Studentenwerk und Studierenden

Die Wohnrauminitiative berichtet, dass das Studentenwerk den BewohnerInnen der Humboldtallee 9 eine Räumungsklage für den 18. April angekündigt wurde. Zum Hintergrund: Das Studentenwerk erhöht bei Neuvermietungen die Mieten in allen studentischen Wohnheimen. In der Humboldtallee 9 gibt es WG-Mietverträge, die an eine/n Hauptmieter/in gebunden sind. Diese/r darf für maximal 8 Semester in einem Studierendenwohnheim wohnen. Danach ist der Mietvertrag automatisch beendet und ein/e neue/e Hauptmieter/in müsste den Mietvertrag unterzeichnen. Die BewohnerInnen der Humboldallee 9 waren nicht bereit und erklären finanziell auch nicht in der Lage zu sein, die erhöhten Mieten aufzubringen. Nun eskaliert der Streit. Weiterlesen

Deutschlandfunk über studentische Wohnungsnot in Göttingen

Gestern hat das „Campus & Karriere“-Magazin von Deutschlandfunk einen guten Betrag über die studentische Wohnungsnot sowie die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen dem Studentenwerk und seinen MiterInnen gesendet. Dabei wurde im Bericht auch deutlich, welche sozialräumlichen Konsequenzen die Konzentration der VermieterInnen auf Studierende als vergleichsweise zahlungskräftige Klientel hat. Der Beitrag kann hier nachgehört werden.

Nordstadt-Infoveranstaltung: zwischen BürgerInnenwünschen und städtischen Handlungsoptionen

Gestern fand eine Informationsveranstaltung zum Stand der Planungen für den Rahmenplan der Nordstadt statt. Dieser Rahmenplan ist die Voraussetzung für einen Antrag auf Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm des Landes Niedersachsen. Das Planungsbüro ASTOC stellte in der Veranstaltung seine Pläne für die Weiterentwicklung vor. Einen besonderen Fokus legte es auf die Verkehrsinfrastruktur (Fuß- und Radwege, Parken), stellte Vorschläge zur Nachverdichtung an und Ideen für einen sog. Nordstadtpark vor. Ich möchte die gemachten Vorschläge nicht im einzelnen hier diskutieren, sondern vielmehr auf zwei Punkte hinweisen. Weiterlesen

Waageplatzumgestaltung: BürgerInnenbeteiligung versus unternehmerische Stadtpolitik

Heute hat das Bürger*innenforum Waageplatz-Viertel (BWV) eine Presseerklärung veröffentlicht, in der die AnwohnerInnen kritisieren, dass „ihre Wünsche und Bedürfnisse bisher noch keine Rolle in der Entwicklung des Konzepts gespielt haben“. Sie bemängeln weiterhin, dass die Nutzung der ehemaligen JVA als Hotel nicht den Bedürfnissen im Viertel entspricht. Die Innitiative fordert daher eine wirkliche Einbeziehung in den Planungsprozess der Umgestaltung und Nutzung der ehemaligen JVA. Hier wird die Differenz zwischen der Wahrnehmung der Beteiligungsstruktur der AnwohnerInnen einerseits und den Zielsetzungen der Verwaltung andererseits ersichtlich. Weiterlesen

Gothaer-Haus: Das Problem der schmalen Straße ist ein Problem der Rendite

Am vergangenen Freitag wurde im Bauausschuss über die Planungen zum geplanten Neubau des Gothaer-Hauses in der Weender Straße diskutiert. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Weender Straße um ca. 1,8 m zu verkleinern. Das ist für viele der Göttinger StadtpolitikerInnen nicht hinnehmbar. Sie argumentieren, dass damit der Verkehr unnötig behindert und die Gefahr für FußgängerInnen und RadfahrerInnen unnötig erhöht werde. Die Stadtverwaltung argumentiert, es sei für den Investor wichtig, weil dieser die Westfassade ungern weiter nach hinten einrücken wolle. Doch was steckt dahinter? Weiterlesen