Mieterhöhungen in Grone: Fördert die Stadt indirekt Mieterhöhungen?

Vor kurzem hat die Groner Bürgerinitiative GroBiAn darauf aufmerksam gemacht, dass in den Beständen, der ADLER Real Estate AG in Grone die Mieten kaum ein Jahr nach der Übernahme durch ADLER erhöht werden.

GoBiAn hat darauf aufmerksam gemacht, dass mehreren MieterInnen in den Beständen der ADLER Real Estate die Mieten zum 1.10.2017 um teilweise mehr als 11% erhöht wurden. Eines dieser Mieterhöhungsschreiben liegt mir mittlerweile vor. Begründet wird diese Mieterhöhung mit den ortsüblichen Vergleichsmieten, die ADLER in den eigenen Beständen ermittelt hat. Interessant ist dabei, dass als Vergleichsobjekte, bis auf eine Wohnung, nur Wohnungen als Vergleichsmietobjekte angeführt wurden, die seit Anfang 2017 vermietet wurden. Für gewöhnlich liegen die Mieten der älteren Mietverträge, wie auch der Quadratmetermietpreis der Wohnung mit der Mieterhöhung zeigt, deutlich unter den Neuvertragsmieten. Die tatsächliche ortsübliche Miete dürfte also unter der von ADLER angegebeenen Miete liegen.

Besonders pikant ist, dass eine Wohnung, die eine besonders hohe Miete aufweist, eine der Wohnungen ist, die mit finanzieller Unterstützung der Stadt Göttingen saniert wurden. Im Gegenzug hat sich die Stadt Belegungsrechte für SozialleistungsempfängerInnen gesichert. Die Kosten der Unterkunft werden jedoch pro Kopf und nicht pro Quadratmeter ermittelt. In dem genannten Fall wohnt eine 5-köpfige Familie in der Wohnung. Je nach Alterszusammensetzung der Familie (Säuglinge werden bei der Größenberechnung der Wohnung nicht berücksichtigt), stünde der Familie eine Wohnung von bis zu 95 oder gar 110 Quadratmetern zur Verfügung. Anhand dieser (theoretischen) Größenordnung bemessen sich die Kosten der Unterdkunft, die von der Stadt gezahlt werden. Die an die Familie vermietete Wohnung ist jedoch wesentlich kleiner, weshalb der für sie von der Stadt gezahlte Quadratmeterpreis bei 10,36€ liegt. Ein Wert, der für Göttinger Verhältnisse überdurchschnittlich ist. Die Stadt hat also zunächst die Sanierung der Wohnung subventioniert und zahlt nun einen deutlich höheren Quadratmeterpreis für eben diese Wohnung an den Besitzer der Wohnung, die ADLER Real Estate AG. Zu allem überfluss werden die so erwirtschafteten hohen Mieten nun genutzt um Mieterhöhungen für langjährige BestandsmieterInnen durchzusetzen. Alles auf Kosten der BewohnerInnen im Stadtviertel. Eine nachhaltige soziale Wohnungspolitik ist das jedenfalls nicht.

 

4 Gedanken zu “Mieterhöhungen in Grone: Fördert die Stadt indirekt Mieterhöhungen?

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