Waageplatz-Planungen: Start einer städtisch geförderten Gentrifizierung?

Ich möchte eine städtische Planung kommentieren, die aktuell öffentlich nicht ganz so stark diskutiert wird, dennoch langfristig eine große Wirksamkeit erreichen könnte: Die Pläne zur Umgestaltung der ehem. JVA am Waageplatz. Hier hofft die Stadt auf EU-Fördermittel für ein Hostel, dass unter Beteiligung von Geflüchteten betrieben werden soll. Zusätzlich soll in dem Gebäude Platz für Kulturveranstaltungen und soziale Beratungsangebote geschaffen und dabei die AnwohnerInnen bei den Planungen beteiligt werden. Eigentlich sind all diese formulierten Ziele zu unterstützen. Dennoch, aus stadtgeographischer Perspektive deutet vieles darauf hin, dass dies der Ausgangspunkt eine Aufwertung des Quariters sein könnte, die die Verdrängung der bisherigen BewohnerInnen zu Folge haben könnte.

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Waageplatzumgestaltung: BürgerInnenbeteiligung versus unternehmerische Stadtpolitik

Heute hat das Bürger*innenforum Waageplatz-Viertel (BWV) eine Presseerklärung veröffentlicht, in der die AnwohnerInnen kritisieren, dass „ihre Wünsche und Bedürfnisse bisher noch keine Rolle in der Entwicklung des Konzepts gespielt haben“. Sie bemängeln weiterhin, dass die Nutzung der ehemaligen JVA als Hotel nicht den Bedürfnissen im Viertel entspricht. Die Innitiative fordert daher eine wirkliche Einbeziehung in den Planungsprozess der Umgestaltung und Nutzung der ehemaligen JVA. Hier wird die Differenz zwischen der Wahrnehmung der Beteiligungsstruktur der AnwohnerInnen einerseits und den Zielsetzungen der Verwaltung andererseits ersichtlich. Weiterlesen

Zukünftige Nutzung des Sartorius-Geländes: Ein Beispiel für unternehmerische Stadtpolitik?

Das GT und die HNA berichteten letzte Woche über die dritte sog. Bürger-Info-Veranstaltung zur Entwicklung des Sartorius-Geländes ab 2017. Das Gelände wurde kürzlich von Sartorius an die Hamburger Projektentwicklungsgesellschaft „Hamburg Team“ verkauft. Diese will dort 250 bis 400 neue Wohnungen bauen und – so ist zu vermuten – anschließend an (nationale und internationale) Investoren verkaufen. Das Projekt soll schon Anfang der 2020er Jahre vollständig umgesetzt werden. Möglich wird dies durch den Verzicht auf das übliche Bebauungsplanverfahren, im Rahmen dessen die politischen Gremien vergleichsweise großen Einfluss auf das Projekt üben könnten.

Dem Investor „Hamburg Team“ dürfte dieses zügige Verfahren sehr gelegen kommen, wird auf diese Weise das bereits investierte Kapital schnell wieder im Rahmen des Verkaufs der geplanten Objekte rekapitalisiert. Weiterlesen

Forschungsergebnisse zur Mietpreisentwicklung

Auch in diesem Jahr sind am Geographischen Institut Göttingen  die Entwicklungen auf dem Göttinger Mietwohnungsmarkt im Rahmen eines Forschungsseminars untersucht worden. Hier die Untersuchungsergebnisse:

Der durchschnittliche Angebotsmietpreis im Jahr 2016 (Erhebung Juni und Juli) liegt bei 9,70 €/m² (Nettokaltmiete) – der Angebotsmietpreis ist gegenüber dem Vorjahr um 4,2 % gestiegen. Damit hat sich die Steigerungsrate seit dem letzten Jahr etwas verlangsamt, die Dynamik hält aber weiter an. Zwischen 2013 und 2016 stiegen die Angebotsmieten um insgesamt 21,1 %. Weiterlesen