Neue Aufsätze zu den Göttinger Wohnungsmarktentwicklungen erschienen

Michael Mießner

In den vergangenen Wochen sind zwei neue Beiträge von mir zu den Entwicklungen auf dem Göttinger Wohnungsmarkt erschienen. Auf diese möchte ich hier kurz eingehen. Beide sind frei im Internet abrufbar.

Angewandte kritische Wohnungsforschung in Göttingen

Unter dem Titel „Angewandte Kritische Geographie am Beispiel der Wohnungsmarktforschung in Göttingen“ ist soeben ein kürzerer Beitrag zu den politischen und wissenschaftlichen Implikationen der Entwicklungen auf dem Göttinger Wohnungsmarkt in der Zeitschrift „Standort – Zeitschrift für Angewandte Geographie“ erschienen.

Kurzbeschreibung des Beitrags: Der Beitrag widmet sich der anwendungsbezogenen Forschung, die erst jüngst in den Fokus der Kritischen Geographie rückte. Der Aufsatz greift diese Forschungslücke auf und erläutert die grundsätzliche Ausrichtung einer angewandten Kritischen Geographie. Dies beinhaltet die Entwicklung von theoretischen Konzepten zum Verständnis sozialer Entwicklungen, die Untersuchung von Problemlagen marginalisierter Bevölkerungsgruppen und die Erforschung von Fragstellungen, die über den universitären Kontext hinaus insbesondere für soziale Bewegungen relevant sind. Darauf aufbauend stellt der Beitrag meine eigene Forschung zum Göttinger Wohnungsmarkt vor. Die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt können theoretisch als finanzgetriebene kaskadenförmige Ausbreitung der Immobilieninvestitionen sowie als eine Form der Studentifizierung gefasst werden. Die Untersuchungen über Mietpreisentwicklungen und Segregationsprozesse in der Stadt ermöglichte ein breites Verständnis von wichtigen Entwicklungen, die insbesondere einkommensschwache Bevölkerungsgruppen betreffen. Der Wissenstransfer der Forschungsergebnisse in lokalen Medien führte dazu, dass die ablaufenden Prozesse in der Bevölkerung bemerkt und stadtpolitisch, sowohl seitens der Stadtverwaltung und des Stadtrates als auch von zivilgesellschaftlichen Initiativen adressiert wurden. Zugleich konnten in der Zusammenarbeit mit Akteuren aus sozialen Bewegungen diesen Akteuren wichtige Informationen für ihr politisches Handeln zur Verfügung gestellt werden. Die vorgestellte Arbeit macht auch 3 Herausforderungen angewandter kritischer Forschung deutlich. Die Zusammenarbeit mit Akteuren sozialer Bewegungen ist zeitaufwendig. Zudem besteht häufig eine Diskrepanz zwischen den Logiken der Generierung wissenschaftlichen Wissens und den zu untersuchenden lokalen Logiken sozialer Entwicklungen. Dennoch muss sich eine angewandte Kritische Geographie der Herausforderung stellen, auf politische Entscheidungen zugunsten der Verbesserung der Lebensbedingungen marginalisierter Bevölkerungsgruppen Einfluss zu nehmen.

Eine PDF des Beitrags können Sie hier herunterladen.

Ich möchte dem Göttinger Fotografen Klaus Peter Wittemann ganz herzlich für die Fotos danken, die er extra für den Beitrag angefertigt hat. Weitere Fotos von Klaus Peter Wittemann finden Sie hier.

Studentifizierung, Immobilieninvestments und Verdrängung in Göttingen

Bereits vor drei Monaten ist der englische Beitrag „Studentification in Germany: How investors generate profits from student tenants in Goettingen and the impacts on urban segregation“ in der Fachzeitschrift „European Urban and Regional Studies“ erschienen. Dieser Beitrag analysiert den Prozess der Studentifizierung als Folge von Immobilieninvestments und die damit einhergehende räumliche Verdrängung in Göttingen.

Kurzbeschreibung des Beitrags: This paper presents a study about studentification in the medium-sized university town of Goettingen, Germany. While many studentification studies focus on the transformation of owner-occupied houses into houses of multiple occupation, this study is about displacement in the rental housing market. I argue that within this context, the displacement of marginalised social groups takes place through rental prices and private landlords’ preferences for students of higher education. Hence, I focus on how landlords extract high rents from their property without making serious investments and investigate landlords’ strategies for increasing their return on investment via higher education student tenants. I explain their strategies, grounding this research in semi-structured interviews with landlords, property managers and real estate agents, complemented by statistical data. I show that different rental strategies landlords apply lead to the separation of different social groups. Hence, this paper argues that the strategies of landlords have an important impact on urban segregation and urban development in cities. Therefore, a deeper investigation of these strategies would help us achieve a better understanding of how the process of studentification proceeds and how displacement takes place.

Eine PDF des Beitrags können Sie hier herunterladen.

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