Möbelhausansiedlung: Wie sich die Stadt zur Handlangerin von Investoren macht

In einer Woche stimmt der Rat der Stadt Göttingen über über die geplante Ansiedlung eines Möbelhauses nahe des Kauf-Parkes ab. Diskutiert wird dabei schon seit einiger Zeit die Größe der Verkaufsfläche und vor allem die Größe der Verkaufsfläche zentrenrelevanter Sortimente. Diese Fragen sind deshalb so heiß diskutiert, weil darüber die zu erwartende Umverteilung der Kaufkraft in der gesamten Region ermittelt werden kann. Gestern ist im Bauausschuss eine erste Entscheidung getroffen worden, wie die HNA und das GT berichten. Weiterlesen

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Waageplatz-Planungen: Start einer städtisch geförderten Gentrifizierung?

Ich möchte eine städtische Planung kommentieren, die aktuell öffentlich nicht ganz so stark diskutiert wird, dennoch langfristig eine große Wirksamkeit erreichen könnte: Die Pläne zur Umgestaltung der ehem. JVA am Waageplatz. Hier hofft die Stadt auf EU-Fördermittel für ein Hostel, dass unter Beteiligung von Geflüchteten betrieben werden soll. Zusätzlich soll in dem Gebäude Platz für Kulturveranstaltungen und soziale Beratungsangebote geschaffen und dabei die AnwohnerInnen bei den Planungen beteiligt werden. Eigentlich sind all diese formulierten Ziele zu unterstützen. Dennoch, aus stadtgeographischer Perspektive deutet vieles darauf hin, dass dies der Ausgangspunkt eine Aufwertung des Quariters sein könnte, die die Verdrängung der bisherigen BewohnerInnen zu Folge haben könnte.

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Nordstadt-Infoveranstaltung: zwischen BürgerInnenwünschen und städtischen Handlungsoptionen

Gestern fand eine Informationsveranstaltung zum Stand der Planungen für den Rahmenplan der Nordstadt statt. Dieser Rahmenplan ist die Voraussetzung für einen Antrag auf Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm des Landes Niedersachsen. Das Planungsbüro ASTOC stellte in der Veranstaltung seine Pläne für die Weiterentwicklung vor. Einen besonderen Fokus legte es auf die Verkehrsinfrastruktur (Fuß- und Radwege, Parken), stellte Vorschläge zur Nachverdichtung an und Ideen für einen sog. Nordstadtpark vor. Ich möchte die gemachten Vorschläge nicht im einzelnen hier diskutieren, sondern vielmehr auf zwei Punkte hinweisen. Weiterlesen

Waageplatzumgestaltung: BürgerInnenbeteiligung versus unternehmerische Stadtpolitik

Heute hat das Bürger*innenforum Waageplatz-Viertel (BWV) eine Presseerklärung veröffentlicht, in der die AnwohnerInnen kritisieren, dass „ihre Wünsche und Bedürfnisse bisher noch keine Rolle in der Entwicklung des Konzepts gespielt haben“. Sie bemängeln weiterhin, dass die Nutzung der ehemaligen JVA als Hotel nicht den Bedürfnissen im Viertel entspricht. Die Innitiative fordert daher eine wirkliche Einbeziehung in den Planungsprozess der Umgestaltung und Nutzung der ehemaligen JVA. Hier wird die Differenz zwischen der Wahrnehmung der Beteiligungsstruktur der AnwohnerInnen einerseits und den Zielsetzungen der Verwaltung andererseits ersichtlich. Weiterlesen

Gothaer-Haus: Das Problem der schmalen Straße ist ein Problem der Rendite

Am vergangenen Freitag wurde im Bauausschuss über die Planungen zum geplanten Neubau des Gothaer-Hauses in der Weender Straße diskutiert. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Weender Straße um ca. 1,8 m zu verkleinern. Das ist für viele der Göttinger StadtpolitikerInnen nicht hinnehmbar. Sie argumentieren, dass damit der Verkehr unnötig behindert und die Gefahr für FußgängerInnen und RadfahrerInnen unnötig erhöht werde. Die Stadtverwaltung argumentiert, es sei für den Investor wichtig, weil dieser die Westfassade ungern weiter nach hinten einrücken wolle. Doch was steckt dahinter? Weiterlesen

Hotelneubau in der Leineaue?

Seit wenigen Wochen tobt ein Streit um den Bau eines neuen Hotels in der Leineaue. Dabei geht es einerseits um die Frage, ob in der Leineaue überhaupt gebaut werden sollte und wenn ja, was. Die Linkspartei und Piraten haben vorgeschlagen das Gelände, wenn, dann eher für den Sozialwohnungsbau zu nutzen. Andere Hotelbetreiber wehren sich gegen das Projekt, weil sie Angst vor Umsatzeinbußen haben.

Der Verein Stadt und Planung hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der er insbesondere Fragen des Naturschutzes thematisiert. Diese Pressemeldung dokumentiere ich hier: Weiterlesen

Zukünftige Nutzung des Sartorius-Geländes: Ein Beispiel für unternehmerische Stadtpolitik?

Das GT und die HNA berichteten letzte Woche über die dritte sog. Bürger-Info-Veranstaltung zur Entwicklung des Sartorius-Geländes ab 2017. Das Gelände wurde kürzlich von Sartorius an die Hamburger Projektentwicklungsgesellschaft „Hamburg Team“ verkauft. Diese will dort 250 bis 400 neue Wohnungen bauen und – so ist zu vermuten – anschließend an (nationale und internationale) Investoren verkaufen. Das Projekt soll schon Anfang der 2020er Jahre vollständig umgesetzt werden. Möglich wird dies durch den Verzicht auf das übliche Bebauungsplanverfahren, im Rahmen dessen die politischen Gremien vergleichsweise großen Einfluss auf das Projekt üben könnten.

Dem Investor „Hamburg Team“ dürfte dieses zügige Verfahren sehr gelegen kommen, wird auf diese Weise das bereits investierte Kapital schnell wieder im Rahmen des Verkaufs der geplanten Objekte rekapitalisiert. Weiterlesen