„Wohnraum Atlas Göttingen“ erschienen

Atlas_TitelHans- Dieter von Frieling, Michael Mießner und Robin Marlow haben einen neuen „Wohnraum Atlas Göttingen . Wohnungsversorung und Wohnungspolitik in Göttingen. – Fakten – Analysen – Perspektiven“ veröffentlicht.

Der Atlas bereitet die Entwicklungen auf dem Göttinger Wohnungsmarkt, Praktiken von Immobilienunternehmen, Miet- und Bodenpreisentwicklungen, die kommunale Wohnungspolitik und die mit diesen Entwicklungen verbundenen sozialräumlichen Prozesse auf. So zeigt der Atlas beispielsweise, dass sich die Sozialleistungsempfänger*innen in der Stadt immer stärker auf wenige Quartiere in Grone und der Weststadt, sowie im nördlichen Geismar konzentrieren.

Sozialleistungsempfänger

Vergleicht man diese Diagnose mit der Entwicklung der Bodenpreise, so wird deutlich, dass die Sozialleistungsempfänger*innen aus den Quartieren mit großen Bodenpreissteigerungen, mit denen nicht selten Mieterhöhungen einhergehen, verdrängt werden. Allein dieser Befund verweist darauf, dass eine konsequente städtische Boden- und Sozialpolitik zur Unterstützung der einkommensschwächsten Bevölkerungsgruppen in der Stadt notwendig ist.

BRW_2010-2020

In mehreren Kapiteln macht der Atlas bezogen auf die Stadt Göttingen außerdem deutlich, inwiefern die immobilienwirtschaftlichen Geschäftsmodelle und Renditekalkulationen von Immobilienaktiengesellschaften wie Vonovia, aber auch von kleineren Immobiliengesellschaften wie der Bassil Group oder der Kurth-Gruppe, systematisch im Konflikt mit den Interessen der Mieter*innen nach bezahlbaren und guten Wohnraum stehen.

Der Atlas bietet einen verständlichen und anschaulichen Einblick in die Göttinger Wohnungsmarktentwicklungen. Dazu werden einzelne Aspekte in zweiseitigen Kapiteln kurz erläutert und mit vielen Abbildungen veranschaulicht. Der Atlas gliedert sich in sieben Abschnitte, die diese einzelnen Aspekte zu größeren Fragen zusammenfassen. Zunächst werden die grundlegenden Entwicklungen des Göttinger Wohnungsmarktes erläutert. Der zweite Abschnitt widmet sich den Effekten neoliberaler Wohnungspolitik. In einem dritten Schritt stellt er die Auswirkungen investorengetriebener Wohnungsmarktentwicklung anhand von Beispielen großer Immobilienunternehmen wie Vonovia oder Adler Real Estate, aber auch lokaler Projektentwickler und Investoren dar. Viertens erläutert der Atlas verschiedene wohnungspolitische Strategien zum Umgang mit der Wohnungsfrage und macht deutlich, dass diese die Wohnungsfrage keinesfalls lösen. Fünftens wird diskutiert, welche Effekte die Bodenpreise auf die Miethöhe und die Bezahlbarkeit des Wohnens haben. Sechstens widmet sich der Atlas dem vielfältigen Widerstand gegen die Verschärfung der Wohnungsfrage in den vergangenen zehn Jahren. Abschließend umreißt er Diskussionen und Überlegungen, wie eine bessere, strukturell andere Wohnungspolitik und -wirtschaft gestaltet werden müsste und könnte, die ein „gutes Wohnen für alle“ zuverlässig sicher stellt.

Der Atlas kann hier abgerufen werden.

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