Aufsatz „Immobilieninvestitionen und Verdrängung in Universitätsstädten. Das Beispiel Göttingen“ erschienen

FW-19-2_U1.cdrIm Forum Wissenschaft, der Vierteljahreszeitschrift des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ist ein Beitrag von Robin Marlow und mir mit dem Titel „Immobilieninvestitionen und Verdrängung in Universitätsstädten. Das Beispiel Göttingen“ im Themenheft „Verkaufte Stadt: Kritik und Alternativen der Stadtentwicklung“ (2/2019) erschienen.

Am Beispiel von Göttingen benennen wir darin knapp die Ursachen der steigenden Immobilieninvestitionen in Universitätsstädten und erläutern anschließend warum studentisches Wohnen nicht nur für regionale, sondern auch für überregionale (Finanz-) Investoren ein attraktives Anlagefeld darstellt. Aufgrund der hohen Fluktuation und des gemeinschaftlichen Aufbringens der Miete in Wohngemeinschaften, können mit Studierenden hohe Mieten erzielt werden. Wir argumentieren weiter, dass aus diesen Gründen auch in Göttingen überregionale Investoren, wie beispielsweise die Base Camp Student GmbH oder die BGP-Gruppe, im Bereich des studentischen Wohnens aktiv sind. Aufgrund der Fokussierung von lokalen wie überregionalen Investoren auf studentisches Wohnen und den dort durchgesetzten hohen Mieten, haben es andere Bevölkerungsgruppen in Göttingen zunehmend schwer sich mit bezahlbaren Wohnraum zu versorgen und werden so in wenige Quartiere Göttingens, oder an den Stadtrand verdrängt.

Anschließend zeigen wir, dass angesichts der einsetzenden Verdrängungseffekte aber auch der steigenden Mieten im studentischen Wohnen auch die Konflikte um studentisches Wohnen in Göttingen zunehmen. Von stadtpolitischer Seite wird mit dem Handlungskonzept für bezahlbares Wohnen hauptsächlich der allgemeine Neubau als Antwort auf die Göttinger Wohnungsfrage gegeben. In diesem Konzept wird dem studentischen Wohnen – wenn überhaupt – eine untergeordnete Rolle beigemessen. Im Segment des studentischen Wohnens hat das Göttinger Studentenwerk eine besondere Bedeutung. Da es jedoch ebenfalls in den letzten Jahren Mietpreissteigerungen mit Verweis auf die ‚ortsübliche Vergleichsmiete‘ durchzusetzen versuchte, war seine Wohnheimspolitik in der Vergangenheit vermehrt Gegenstand politischer Auseinandersetzungen. In Folge der großen Aufmerksamkeit, die diese Konflikte erfuhren, war das Studentenwerk vor kurzem bereit eines der Wohnhäuser an einen Verein, dessen Zweck in der Förderung studentischen Zusammenlebens und studentischer Kultur besteht, zu verkaufen. Seitdem ist das Haus in studentischer Hand und eine mögliche Veräußerung an privatwirtschaftliche Investoren, die das Gebäude zur Gewinnerzielung genutzt hätten, konnte damit verhindert werden.

Im Fazit plädieren wir dafür, dass sich eine kritische Wissenschaft und Stadtforschung auch mit den Entwicklungen abseits der Ballungsräume beschäftigen muss, weil auch hier wichtige gesellschaftliche und städtische Transformationen stattfinden, die aus einer kritischen und wissenschaftlichen Perspektive begleitet werden sollten.

 

Der gesamte Beitrag kann hier heruntergeladen werden.

Vollständige Quellenangabe: Marlow, R. /Mießner, M. (2019): Immobilieninvestitionen und Verdrängung in Universitätsstädten. Das Beispiel Göttingen. In: Forum Wissenschaft, 36. Jg., H. 2, S. 12-15.

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