Bauen, bauen, bauen ist nicht die Lösung

NikobergIn der gestrigen Bauausschusssitzung wurde der Weg für eine Nachverdichtung am Nikolausberger Weg in den Beständen der Göttinger Wohnungsgenossenschaft geebnet. Der Protest der BürgerInnen verhallte dabei laut Bericht des GT. Interessant ist, dass mit dem Schlagwort Wohnungsknappheit jegliche Verdichtung von Beständen legitimiert wird. Sei es im Satoriusquartier, sei es auf dem Gothaer-Gelände oder in Grone Süd.

Dabei wird so getan, als ob ein allgemeiner Mangel an Wohnraum herrscht. Begründet wird dies für gewöhnlich mit der steigenden Bevölkerungszahl Göttingens. Betrachtet man die Entwicklung der Zahl der EinwohnerInnen der Stadt Göttingen seit den 1990er Jahren, ist dieses Argument jedoch kaum haltbar. Heute leben in Göttingen etwa genauso viele Menschen wie zu Beginn der 1990er Jahre, wie die Abbildung zeigt.

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Darüber hinaus haben wir es im ja nicht mit einer allgemeinen Knappheit an Wohnraum zu tun, sondern mit einer sehr speziellen. Es fehlt an ausreichend günstigem Wohnraum. Teuren Wohnraum gibt es in Göttingen durchaus genug bzw. sogar eigentlich zu viel. Es gibt nämlich so viel teuren Wohnraum, dass es zu wenig reiche Menschen in Göttingen gibt, die sich diesen teuren Wohnraum noch leisten können. Das zeigt zum Beispiel die folgende Grafik, die deutlich macht, dass das untere Mietpreissegment in den letzten Jahren enorm abgeschmolzen ist.

Verknappung

Es geht also nicht einfach um bauen, bauen, bauen, sondern um die Sicherstellung und Herstellung günstigen Wohnraums. Da jedoch neue Wohnungen selten weniger als neun Euro je m² kosten, hilft das nur den Reichen. Wenn neue Bauprojekte realisiert werden, so muß dies im Niedrigpreissegment geschehen. Dies sollte auch die Städtische Wohnungsbau GmbH in der Grünen-Mitte Ebertal berücksichtigen. Die zusätzlich entstehenden Wohnungen sollten, anders als geplant, auch hier nicht im oberen Mietpreissegment angesiedelt sondern bezahlbar sein.

 

(Bildquelle (oberstes Bild): https://www.gerberarchitekten.de/wohnen-am-nikolausberger-weg-in-goettingen/)

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