Hotelneubau in der Leineaue?

Seit wenigen Wochen tobt ein Streit um den Bau eines neuen Hotels in der Leineaue. Dabei geht es einerseits um die Frage, ob in der Leineaue überhaupt gebaut werden sollte und wenn ja, was. Die Linkspartei und Piraten haben vorgeschlagen das Gelände, wenn, dann eher für den Sozialwohnungsbau zu nutzen. Andere Hotelbetreiber wehren sich gegen das Projekt, weil sie Angst vor Umsatzeinbußen haben.

Der Verein Stadt und Planung hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der er insbesondere Fragen des Naturschutzes thematisiert. Diese Pressemeldung dokumentiere ich hier:

Leineaue für alle statt konzeptlose Resteverwertung

Neues Hotel hin oder her – das konzeptlose Vorgehen des Baudezernats muss ein Ende haben. Der kostbare Freiraum muss für die Naherholung und als wertvoller „Grüner Kühlschrank“ für die Wärmeinsel der City auch grün bleiben. Stadt+Planung fordert deshalb ein Gestaltungs- und Nutzungskonzept für die Leineaue.

Die Stadt Göttingen ist nicht gerade reich an wertvollen Grünräumen und die Bedeutung der Leineaue im Citybereich kann deshalb kaum überschätzt werden. Die Leine mit den begleitenden Auenresten und parkartigen Beständen gliedert die Stadt, bietet attraktive Erholungsmöglichkeiten und rasche Verkehrswege für Fussgänger und Fahrradverkehr und stellt vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung eine stadtklimatisch unschätzbare Kühlungseinrichtung dar. Konsequenterweise soll das Gebiet auch in der aktuellen Bauleitplanung frei von Bauten und Anlagen gehalten werden.

Es ist deshalb mehr als ärgerlich, wenn das Baudezernat mit einem pfannenfertigen Hotel-Projekt die Politik überraschen will. Zwei Dutzend großer Bäume müssten zusätzlich dran glauben und der Wert als Naherholungsraum würde empfindlich gemindert. Die wiederholte Bebauung von wichtigen Grünflächen degradierte zudem den Flächennutzungsplan zum „Muster ohne Wert“.

Zusammen mit den Vorgängen aus den letzten Jahren, so zum Beispiel das planlose Deponieren einiger Kunstobjekte im Gelände und der unsensible Bau einer Piste (Verlängerung vom Jochen-Brandi-Platz) haben diesen Bereich schon in Mitleidenschaft gezogen. Und auch die GWG möchte mit weiteren Anbauten an der Lokahalle noch Stückchen von diesem Kuchen abhaben. „Dieses kleckerweise Vorgehen muss ein Ende haben“, fordert Uwe Scheibler, der 2. Vorsitzende von Stadt+Planung und ergänzt: „Wir fordern für die Leineaue ein Gestaltungs- und Nutzungskonzept auf der Grundlage der Bauleitplanung anstelle des stückchenweisen Verhökerns dieses wertvollen öffentlichen Freiraums.“

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