Forschungsergebnisse zur Mietpreisentwicklung

Auch in diesem Jahr sind am Geographischen Institut Göttingen  die Entwicklungen auf dem Göttinger Mietwohnungsmarkt im Rahmen eines Forschungsseminars untersucht worden. Hier die Untersuchungsergebnisse:

Der durchschnittliche Angebotsmietpreis im Jahr 2016 (Erhebung Juni und Juli) liegt bei 9,70 €/m² (Nettokaltmiete) – der Angebotsmietpreis ist gegenüber dem Vorjahr um 4,2 % gestiegen. Damit hat sich die Steigerungsrate seit dem letzten Jahr etwas verlangsamt, die Dynamik hält aber weiter an. Zwischen 2013 und 2016 stiegen die Angebotsmieten um insgesamt 21,1 %.

Der Stadtteil mit den höchsten Angebotsmietpreisen bleibt die Nordstadt, in der unter anderem aufgrund der geringen Wohnungsgrößen, die durchschnittlichen Mietpreise bei 13,57 €/m² liegen. Hier sind auch die Mietpreise gegenüber dem Vorjahr am stärksten gestiegen, nämlich um ca. 13 %. Überdurchschnittliche Mietpreise werden auch in Weende, der Innenstadt und in der Oststadt erzielt.mietpreis_2016_alle

Hohe Mietpreissteigerungen waren im vergangenen Jahr in der Nordstadt, gefolgt von der Weststadt (ca. 12%), Oststadt (ca. 10%) und schließlich Grone (ca. 9%) zu verzeichnen. Damit setzt sich der Trend des Vorjahres fort, dass die Stadtteile Grone und Weststadt, die mit rund 8 €/m² noch einen unterdurchschnittlichen Mietpreis verzeichnen, sich dem hohen Göttinger Durchschnitt immer mehr annähern. Dies lässt erwarten, dass dort die Preise auch zukünftig weiter steigen werden, weil die Vermieter auch zukünftig versuchen werden ihre Rendite zu verbessern.mietpreis_2013-2016

Die Studierenden konnten weiterhin zeigen, dass das günstige und mittlere Mietpreissegment immer knapper wird. So sank der Anteil der Wohnungsangebote mit einer Nettokaltmiete von maximal 7,49 €/m² von rund 43 % im Jahr 2013 auf weniger als 15 % im Jahr 2016. Dies verdeutlicht das momentan größte Problem auf dem Göttinger Wohnungsmarkt: Bezahlbarer, insbesondere für Menschen mit geringen Einkommen erschwinglicher, Wohnraum wird in der Stadt Göttingen sehr knapp. Hier gilt es dringend Abhilfe zu schaffen.verknappung_guenstiges_mietpreissegment

Ursächlich für diese Entwicklungen ist, dass im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise Immobilien zunehmend als sichere Kapitalanlage gelten. Dies hat zur Folge, dass Investitionen in der Bundesrepublik Deutschland zunächst in die Ballungsräume und Metropolen flossen. Seitdem dort die Renditen sinken, rücken Universitätsstädte und Regionalzentren, sogenannte B-Lagen-Städte, zunehmend in den Fokus der Anleger (vgl. Fehlberg/Mießner 2015). Aber auch die kleinen lokalen Privatinvestoren nutzen den Göttinger Immobiliensektor mittlerweile als wichtige Kapitalanlage, da aufgrund der Krise andere Geldanlagen nur geringere Renditen versprechen – auch diese Anleger haben ein Interesse möglichst hohe Renditen mit ihren Wohnimmobilien zu erzielen.

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